Der heilige Suitberus

Der Heilige Suitbert

(* um 637; † 713; auch Swidbert, Switbert, Suidbercht, Swidbert, Suidbert, Suibert)  Dargestellt wird er als Bischof mit Hirtenstab und Stern.

Sein Gedenktag ist der 1. März. Er wird als Patron gegen Halsschmerzen angerufen. Vor allem im Bergischen Land sind viele Kirchen etc. nach ihm benannt, denn hier missionierte und predigte er wie auch im nördlichen Westfalen und am Niederrhein. Seine Reliquien befinden sich auf der inzwischen verlandeten Insel Kaiserswerth, wo er auch im Jahre 713 verstarb. In den verschiedenen Abhandlungen über Suitbert findet man zum Teil unterschiedliche Angaben. Zudem ist es schwierig, zwischen den historischen Fakten seiner Vita und der Legende zu  differenzieren.

Kurzbiographie

Der Hl. Suitbertus gehörte zu den angelsächsischen Mönchen, die unter Willibrords Führung im Jahre 690 von England kamen und sich im friesländischen Utrecht niederließen.

Suitbertus hielt es jedoch nicht lange in einem Reich aus, das schon von den Franken unterworfen war und deshalb ohne Gefahr für Leib und Leben missioniert werden konnte. Ihn drängte es, ostwärts vorzustoßen in die unerforschten Gebiete jenseits des Rheins, die sogar von den Römern auf der Höhe ihrer Macht nicht unterjocht werden konnten.

Willibrord († 739) zeigte jedoch für die Ziele Suitbertus' zunächst wenig Interesse. Ihm lag es näher, erst einmal einen festen Stützpunkt für seine Missionstätigkeit zu schaffen.

Suitbertus hatte in achtzehnjähriger benediktinischer Ordenszucht Schweigen und Gehorchen gelernt. Die Freiheit des Wirkens begann für ihn erst, als Willibrord im Jahre 692 nach Rom gereist war und die Mönche in Ermangelung eines Oberhauptes ihren aktivsten Mitbruder Suitbertus nach England sandten, um dort die Bischofsweihe zu empfangen.

Er übernahm damit das Amt eines Chor- und Landbischofs, der wie einst die Apostel von Dorf zu Dorf wanderte. Anfangs wirkte er noch mit Willibrord zusammen und drang mit ihm bis nach Thüringen und Dänemark vor.

Seit aber Willibrord im November 695 zum ersten Bischof von Utrecht erhoben worden war und strenger die Residenzpflicht innehalten musste, trennfränkischen Borukterer (Brukterer) zwischen Ruhr und Lippe zu. Mühsam, Schritt für Schritt, erkämpfte er sich ihre Achtung. Er hatte gewonnenes Spiel, als seine Siedlungen den Brukterern bewiesen, dass der Mönch außer seinem neuen Gott auch eine neue und lohnende Bodenbewirtschaftung mitbrachte. Sie besuchten die Pferdekoppeln und gefüllten Scheunen des Fremdlings, sie suchten seinen Rat und seinen Umgang und fanden das Ewige Licht. Die Brukterer wurden christlich. Dies hatte indirekt allerdings ihren Untergang zur Folge.

Die heidnischen Sachsen sahen in den christianisierten Franken ihren Erbfeind und in jedem neubekehrten Volksstamm einen Parteigänger der fränkischen Unterdrückungspolitik. Deshalb sandten sie den Brukterern als Warnung und Kriegserklärung die Leichname der beiden Glaubensboten, die unter den Namen "Der schwarze und der weiße Ewald" bekannt waren. In einer blutigen Schlacht an der Lippe wurden die Brukterer fast vernichtet.

Suitbertus wurde in Dorsten gefangen genommen und gegeißelt. Er wäre kaum der Hinrichtung entgangen, wenn nicht Freunde ihn heimlich befreit hätten. Schweren Herzens verließ er das Land und versuchte noch einmal diesseits des Stromes, in Lintorf, Angermund und Ratingen Fuß zu fassen. Die Suitbertus-Tradition der Ratinger Kirche (Dumeklemmer-Sage) und das womöglich ins 8. Jahrhundert hineinreichende Alter einer Vorgängerkirche weisen darauf hin. Letztlich musste dann aber doch über den Rhein gehen.

Pipin von Heristal schenkte ihm auf Bitten seiner Gemahlin Plektrudis um 710 den Königshof Rinhusen auf der Rheininsel Kaiserswerth. Hier lag eine wohlbefestigte Burg mit einer fränkischen Besatzung, die den Mönchen bei einem Überfall der Sachsen Schutz bieten konnte. Außerdem gehörten zu dem Hof Rinhusen zahlreiche Wald- und Wiesenparzellen auf der rechten Rheinseite, die auf Suitbertus übergingen, so dass er sich, unbehindert von der Sorge um den täglichen Lebensunterhalt, ganz seiner Missionsarbeit widmen konnte. Er errichtete ein dem hl. Petrus gewidmetes Kloster.

Er starb 713 in Kaiserswerth, wo heute noch seine Reliquien in einem kostbaren Schrein in der Basilika St. Suitbertus verehrt werden.

Legende

Eine Königsurkunde aus dem Jahr 877 nennt Suitbertus neben dem Heiligen Petrus als Patron der Kaiserswerther Kirche. Dies setzt voraus, dass Suitbertus zu diesem Zeitpunkt als Heiliger verehrt wurde.

Eine um das Jahr 1500 erschienene Lebensbeschreibung (Vita) Suitberts berichtet über seine Heiligsprechung durch Papst Leo III im Jahre 803 im Beisein Karls des Großen.

Diese Vita berichtet auch über die Erscheinung eines Sterns, der seinen Eltern die Geburt eines Knaben ankündigt und dessen spätere Missionstätigkeit vorhergesagt hat. Weiter ist von Wundern zu Lebzeiten Suitberts und auch nach seinem Ableben zu lesen. So soll er z.B. nach seinem Tod einem Fischer erschienen sein, dessenten sich ihre Wege. In der Folge wandte sich Suitbert mit einigen Gefährten der Bekehrung der Tochter gerade ertrunken war. Nachdem Suitbert das Mädchen berührt hatte und verschwunden war, schlug dieses die Augen wieder auf.

Eine weitere Deutung des achtstrahligen Sterns, den der Heilige auch auf seinem Reliquienschrein zwischen den Händen trägt und der sich auch auf einem Münchener Gemälde von Bartel Bruyn wiederfindet, ist, dass die Frohe Botschaft vom Gottessohn durch die Vermittlung dieses Glaubensboten wie der Stern von Bethlehem den noch im Dunkel des Heidentums beharrenden Volksstämmen am Niederrhein aufging.

Alkuin nannte Suitbert in seinem „Gedicht über die Heiligen der Kirche von York“ „besonders hervorragend“. Bischof Radbod von Utrecht (901–917), ein später Nachfolger Willibrords, verfasste eine Homilie auf den Heiligen.

Literatur

Beda der Ehrwürdige: Kirchengeschichte des englischen Volkes, 2 Bände; übersetzt von Günter Spitzbart; Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1997

Franz Flaskamp: Suidbercht, Apostel der Brukterer, Gründer von Kaiserswerth; Missionsgeschichte der Deutschen Stämme und Landschaften 2; Duderstadt: A. Mecke, 1930

•Franz Flaskamp: Die frühe Friesen- und Sachsenmission aus northumbrischer Sicht. Das Zeugnis des Beda; in: Archiv für Kulturgeschichte 51 (1969), S. 183–209

•Katholischen Kirchengemeinde St. Suitbertus u.a. (Hrsg.): Leben, Wunder, und Tugenden des h. Swiberti, Patronen der Collegiat-Kirchen zu Kayserswerth, Bischofs und Apostels von Holland, Friesland, Sachsen, Westphalen, und anderer benachbarten Landen, welche er zum Christenthum gebracht – beschrieben von dem h. Marcellino seinem Mitgefährten, und Gesellen; und h. Ludgero ersten Bischof zu Münster in Westphalen – aufs neu aufgelegt im tausentfunfzigsten Jahr nach ableben dieses heiligen Apostels; Düsseldorf-Kaiserswerth: 1998

Christa-Maria Zimmermann, Hans Stöcker (Hrsg.): Kayserswerth. 1300 Jahre Heilige, Kaiser, Reformer; Düsseldorf: Triltsch 1981

Erna u. Hans Melchers: Das große Hausbuch der Heiligen und Namenspatrone, Weltbild 1978

Weblinks

Suitbert - Wikipedia

Suitbert von Kaiserswerth - ökumenisches Heiligenlexikon

Suitbert, alles über den heiligen Suitbert - Brauchtum von A -Z